Diesmal kam er. Nachdem der erste Versuch gescheitert war, Dubstep-Wunderkind Skream ins beschauliche Tübingen zu holen, stand Ollie Jones diesmal leibhaftig hinter den Turntabels. “Verstehen Sie Bass?” war die Frage und Skream gab darauf eine Antwort, die selbst härteste Tanzmuffel in Bewegung setzte. Wer noch länger behauptet, zu Dubstep könne man nicht tanzen, der sollte sich auf den Weg nach Tübingen, Düsseldorf, Wuppertal oder whereever machen und einen tiefen Zug Dubstep nehmen.
Als in den mittleren Neunzigern mit Drum´n´Bass-Sozialisierter ist man tiefe Bässe ja gewohnt, was Skream an diesem denkwürdigen Ostersamstag im Universitätsstädtchen auf die Massive losließ, spielte in einer ganz anderen Liga. Schließlich hat sich die Technik in den letzten zehn jahren massiv verbessert und so knallen die Snares noch unerbittlicher aus immer kleineren Lautsprechern, während der Subwoofer den Boden zum Tanzen bringt.
Nach zwei an die Grenzen des aushalt- und verstehbaren gehenden Stunden sind alle Beteiligten entkräftet. Egal, ob der Jungstudent mit Hang zum UK-HipHop, der schwäbische Raver, das designende Indiekid, der Ex-Metalfreak oder der Schreiber aus der Modestadt, alle haben ein seliges, doch kraftloses Lächeln auf den Lippen. Wir haben den Messias jedenfalls gesehen und er war schlaksig, sah aus wie ein Nerd und bewegte sich seltsam. Make some noise for da Skream!
Mehr Dubstep schon bald: